T3/T4 (Liothyronin/Levothyroxin) ist kein anaboles Steroid — es ist das potentere der zwei körpereigenen Schilddrüsenhormone. Im Bodybuilding wird synthetisches T3 eingesetzt, um den Grundumsatz (BMR) um 10–30 % anzuheben und die Fettverbrennung in der Wettkampfvorbereitung zu maximieren. Das Kernproblem: T3 verbrennt nicht nur Fett, sondern auch Protein — ohne anabolen Schutz führt eine T3-Kur zu erheblichem Muskelverlust. Dieser Artikel erklärt den Wirkungsmechanismus, das korrekte Dosierungsprotokoll mit Auf- und Abschleichen und die ehrliche Einschätzung der Schilddrüsensuppression.
T3 ist das einzige gängige Bodybuilding-Supplement, das kein AAS ist, kein SARM, kein Beta-2-Agonist — sondern ein synthetisches Schilddrüsenhormon, das Ärzte für die Behandlung der Hypothyreose verschreiben. Diese Sonderstellung macht es einzigartig in seiner Wirkung und einzigartig in seinem Risikoprofil: Die Regeln der AAS-Pharmakologie gelten hier nicht. Weder PCT noch Aromatasehemmer sind relevant. Dafür ist der Eingriff in die Schilddrüsenfunktion eine Dimension, die die meisten AAS-Anwender nicht kennen.
Was ist T3 (Liothyronin) — und warum ist es kein Steroid?
T3 (Liothyronin, Markenname Cytomel) ist das aktive Schilddrüsenhormon — synthetisch identisch mit dem körpereigenen Trijodthyronin. Mit einer Halbwertszeit von 2,5 Tagen und einer oralen Absorptionsrate von ~95 % innerhalb 4 Stunden ist es eines der bioverfügbarsten oral eingenommenen Hormone überhaupt. T3 ist 3–4× aktiver als T4 (Thyroxin) und wirkt direkt — ohne den Umweg über die periphere Konversion durch Deiodinase-Enzyme. In Deutschland war Thybon (Hoechst/Sanofi, 25 mcg / 100 mcg Tabletten) das bekannteste T3-Präparat — es ist seit ca. 2014 nicht mehr regulär im DE-Handel erhältlich.
T3 vs T4 — die entscheidende Unterscheidung für Bodybuilder
Die menschliche Schilddrüse produziert zwei Hormone: T4 (Thyroxin, Levothyroxin) als Hauptprodukt und T3 (Trijodthyronin) in kleineren Mengen. T4 fungiert als Vorläuferhormon — es wird in Leber, Niere und Muskeln durch das Enzym Deiodinase in das aktive T3 umgewandelt. Diese Konversion kann durch Stress, Kaloriendefizit, Krankheit und bestimmte Medikamente gehemmt werden.
Für Bodybuilder ergibt sich daraus ein praktischer Vorteil bei der T3-Direkteinnahme: Kein Warten auf Konversion, kein Risiko einer ineffizienten Umwandlung, direkte und vorhersagbare Wirkstärke. Das macht synthetisches T3 (Liothyronin) für Wettkampfzwecke attraktiver als T4 (Levothyroxin) — obwohl T4 bei der medizinischen Hypothyreose-Behandlung die Standardtherapie ist.
Ein kaum bekannter Faktor: Diätende Bodybuilder in einem Kaloriendefizit haben oft eine reduzierte T4→T3-Konversionsrate — verursacht durch Kalorienrestriktion, Stress und niedrige Insulinspiegel. Wer T4 einnimmt und hofft, davon zu profitieren, bekommt möglicherweise in der härtesten Diätphase am wenigsten aktives T3. Synthetisches T3 umgeht dieses Problem vollständig.
Chemische Daten: Summenformel C₁₅H₁₂I₃NO₄; Molekulargewicht 650,977 g/mol; Proteinbindung 99,7 %. Die sehr hohe Proteinbindung erklärt, warum T3 trotz seiner Wirksamkeit sehr präzise dosiert werden muss — freies T3 ist der aktive Anteil; gebundenes T3 wirkt nicht.
Wie T3 die Fettverbrennung erhöht — der Mechanismus
T3 erhöht die Fettverbrennung über drei Mechanismen: Erstens reguliert es entkoppelnde Proteine (UCPs) in Mitochondrien hoch — sie wandeln Energie in Wärme statt in ATP um, was den Grundumsatz (BMR) um schätzungsweise 15–30 % bei 100 mcg/Tag steigert. Zweitens stimuliert T3 Lipasen direkt (lipolytischer Effekt) und drittens erhöht es die Wachstumshormon-Ausschüttung (sekundäre Lipolyse). Das kritische Problem: Mitochondrien verbrennen Fett, Kohlenhydrate und Protein gleichermaßen — ohne anabolen Schutz führt T3 zwangsläufig zu Muskelverlust.
Mechanismus 1 — Mitochondriale Entkopplung
Der eleganteste und am wenigsten bekannte Mechanismus: T3 reguliert die Expression sogenannter Uncoupling Proteins (UCPs) in der inneren Mitochondrienmembran hoch. Diese Proteine entkoppeln die ATP-Synthese von der Atmungskette. Normal: Elektronen fließen durch die Atmungskette → treiben ATP-Synthase an → produzieren ATP (Energie). Mit UCPs: Elektronen „lecken“ durch die Membran → Energie wird als Wärme freigesetzt statt als ATP gespeichert.
Das Ergebnis: Der Körper verbrennt im Ruhezustand mehr Kalorien, ohne „etwas damit anzufangen.“ Es ist energetische Ineffizienz — gezielt erzeugt. Diese biochemische Reaktion ist der Grund für die erhöhte Körpertemperatur, das Schwitzen und den gesteigerten Ruheumsatz während einer T3-Kur. Die vermehrte Wärmeproduktion ist kein Nebensymptom — sie ist der Beweis, dass der Mechanismus funktioniert.
Mechanismus 2 — Direkte Lipolyse
T3 stimuliert hormon-sensitive Lipasen direkt, was die Triglyceridhydrolyse in Fettzellen beschleunigt. Freie Fettsäuren und Glycerin werden in den Blutkreislauf abgegeben und zur Energiegewinnung genutzt. Dieser Mechanismus ist additiv zum Clenbuterol-Effekt (Beta-2-Rezeptor-aktivierte Lipolyse) — weshalb die Kombination T3 + Clenbuterol synergistisch wirkt.
Mechanismus 3 — GH-Stimulation
T3 stimuliert die endogene Wachstumshormon (GH)-Ausschüttung. Da GH seinerseits die Lipolyse fördert und proteinanabol wirkt, entsteht ein teilweise kompensierender Effekt auf den Muskelabbau. Dieser Mechanismus ist jedoch nicht stark genug, um den katabolen T3-Effekt vollständig zu neutralisieren — er mildert ihn nur.
Das Kernproblem: T3 verbrennt auch Protein
Leung & Brent (2022, PMC9387720) beschreiben exogenes T3 im Sportkontext treffend: Die Mitochondrien unterscheiden nicht zwischen Fett, Kohlenhydraten und Protein als Energiequelle. Bei einem supraphysiologischen T3-Spiegel werden alle drei Makronährstoffe gleichermaßen beschleunigt metabolisiert. Für einen Bodybuilder, der während einer Diät Muskelmasse erhalten will, ist das der entscheidende Nachteil einer T3-Kur ohne anabolen Schutz.
T3-Dosierung im Bodybuilding — das Auftast- und Abschleich-Protokoll
Die T3-Dosierung im Bodybuilding beginnt mit 25 mcg täglich und wird alle 3–5 Tage um 25 mcg erhöht, bis zur individuellen Zieldosis (typisch: 50–75 mcg/Tag; Wettkampfathleten: bis 100 mcg). Ebenso wichtig ist das Abschleichen: Die Dosis wird am Ende der Kur stufenweise reduziert — nicht abrupt abgesetzt. Ein abruptes Absetzen erzeugt ein hypometaboles Fenster, in dem die HPT-Achse die eigene T3-Produktion noch nicht wieder angefahren hat, was Muskelabbau und Erschöpfung verursacht.
Tabelle 1: T3-Dosierungsprotokoll — Auftasten und Abschleichen (6-Wochen-Beispiel)
| Woche | Tagesdosis | Einzeldosen | Einnahme-Zeitpunkte | Phase |
|---|---|---|---|---|
| 1 | 25 mcg | 1× | Morgens | Anlaufphase |
| 2 | 50 mcg | 2× | Morgens + Mittags | Auftasten |
| 3 | 75 mcg | 3× | Morgens + Mittags + 14:00 Uhr | Plateau |
| 4 | 75 mcg | 3× | Morgens + Mittags + 14:00 Uhr | Plateau |
| 5 | 50 mcg | 2× | Morgens + Mittags | Abschleichen |
| 6 | 25 mcg | 1× | Morgens | Abschleichen |
| Nach Woche 6 | Absetzen | — | — | HPT-Erholung |
Warum das Protokoll so kritisch ist
Auftasten: Ein plötzlicher Start mit 75–100 mcg/Tag überflutet den Körper mit T3 → hyperthyreote Reaktion (Herzrasen, Zittern, Angstzustände, Schwitzen). Das Auftasten gibt dem Körper Zeit, sich metabolisch anzupassen.
Abschleichen: Die HPT-Achse braucht nach vollständiger T3-Suppression eine Übergangsphase, um wieder eigenständig T3 zu produzieren. Korrekt abgeschlichen gibt man dem Hypothalamus stufenweise mehr Raum, TRH auszuschütten und die Schilddrüse zu reaktivieren. Cold Turkey → schlechte HPT-Erholung → prolongiertes hypometaboles Fenster mit erhöhtem Muskelverlust-Risiko nach der Kur.
Einnahmehindernisse vermeiden: 2 Stunden Abstand zu kalziumreichen Lebensmitteln (Milchprodukte reduzieren die Absorption um bis zu 30 %). Letzte Einzeldosis spätestens 14:00 Uhr — abendliches T3 stört den Schlaf durch metabolische Aktivierung.
Maximale Kurdauer: Die meisten Protokolle begrenzen T3 auf 6–8 Wochen. Darüber hinaus steigen kumulative Risiken (Muskelverlust, kardiale Belastung, Knochendichte) überproportional zum Fettverbrennungs-Mehrwert.
Frauen und T3 — dosierungsspezifische Unterschiede
Frauen reagieren generell sensibler auf T3 als Männer — teilweise bedingt durch niedrigere Gesamtkörpermasse, aber auch durch hormonelle Unterschiede in der Schilddrüsenfunktion. Die empfohlene Startdosis für Frauen liegt bei 12,5 mcg/Tag (halbe Standard-Einstiegsdosis), mit Auftastschritten von 12,5–25 mcg alle 3–5 Tage. Maximaldosis: 75 mcg/Tag (eher selten; die meisten Frauen erzielen ausreichende Effekte bei 50 mcg/Tag).
Monitoring während der Kur
Ein TSH-Blutbild zu Beginn der Kur (Baseline) ermöglicht eine Referenz für die post-Kur-Kontrolle. Während der Kur ist TSH naturgemäß supprimiert — das Monitoring ist eher für Herzrate und Blutdruck relevant (beide sollten täglich geprüft werden, besonders bei Kombination mit Clenbuterol). Leberwerte (ALT/AST) müssen nicht spezifisch überwacht werden — T3 ist nicht hepatotoxisch.
6 Nebenwirkungen einer T3-Kur — was wirklich auftreten kann
T3-Kuren im Bodybuilding verursachen 6 beherrschbare Nebenwirkungen, deren Intensität direkt dosisabhängig ist. Herzrasen und Tachykardie treten bei Dosen über 75 mcg/Tag fast regelmäßig auf; über 150 mcg/Tag steigt das Vorhofflimmern-Risiko. Übermäßiges Schwitzen ist der direkte Beweis der erhöhten Thermogenese — und somit ein Zeichen, dass das Mittel wirkt. Der für Bodybuilder kritischste Effekt ist der Muskelabbau: T3 ist katabolisch; ohne Testosteron-Basis oder andere AAS als Schutz ist substanzieller Muskelverlust unvermeidlich.
Tabelle 2: T3-Nebenwirkungen — Dosisabhängigkeit und Gegenmaßnahmen
| Nebenwirkung | Onset | Risiko bei Dosis | Gegenmaßnahme | Reversibel? |
|---|---|---|---|---|
| Herzrasen / Tachykardie | Woche 1–2 | >50 mcg/Tag | Dosis reduzieren; Beta-Blocker (ärztlich) | ✅ |
| Übermäßiges Schwitzen | Woche 1 | >25 mcg/Tag | Normal; Elektrolytzufuhr erhöhen | ✅ |
| Muskelabbau | Woche 2–3 | Ab 50 mcg/Tag | Testosteron-Basis (min. 200 mg/Wo) | ✅ mit AAS-Schutz |
| Zittern / Nervosität | Woche 1 | >50 mcg/Tag; bei Schnell-Auftasten | Langsameres Auftasten; Dosis kurz reduzieren | ✅ |
| Schlafstörungen | Woche 1–2 | Abendeinnahme | Letzte Dosis vor 14:00 Uhr | ✅ |
| Knochendichte-Verlust | Langfristig (Monate) | Dauerkur; Frauen postmenopausal | Kuren max. 6–8 Wochen; kein Dauereinsatz | ✅ bei kurzen Kuren |
Schilddrüsensuppression — das Hauptrisiko richtig eingeschätzt
Die Schilddrüsensuppression während einer T3-Kur ist real — aber reversibel. Exogenes T3 signalisiert dem Hypothalamus, weniger TRH auszuschütten → TSH fällt → die Schilddrüse stellt eigene Hormonproduktion ein. Anders als bei der HPTA (die nach Testosteron-Kuren Monate zur Erholung benötigt) normalisiert sich TSH nach kurzen T3-Kuren typischerweise innerhalb von Tagen bis wenigen Wochen. Die Debatte über dauerhaften Schilddrüsenschaden durch kurze T3-Kuren ist klinisch nicht abschließend belegt — das Risiko steigt mit Dauer, Dosis und abruptem Absetzen.
Die HPT-Achse — wie die Schilddrüse reguliert wird
Die Hypothalamus-Hypophysen-Schilddrüsen-Achse (HPT-Achse) funktioniert analog zur HPTA: Der Hypothalamus setzt TRH (Thyrotropin-Releasing-Hormon) frei → die Hypophyse antwortet mit TSH (Schilddrüsen-stimulierendes Hormon) → die Schilddrüse produziert T3 und T4. Bei exogenem T3 erkennt der Hypothalamus den hohen T3-Spiegel → schüttet weniger TRH aus → TSH fällt → Schilddrüse reduziert Eigenproduktion. Dieselbe negative Rückkopplung wie bei der HPTA, aber mit deutlich schnellerer Erholung.
Tabelle 3: HPT-Achse (T3) vs. HPTA (Testosteron) — Erholungsvergleich
| Parameter | T3-Kur (HPT-Achse) | Testosteron-Kur (HPTA) |
|---|---|---|
| Unterdrücktes Signal | TRH (Hypothalamus) + TSH (Hypophyse) | GnRH (Hypothalamus) + LH/FSH (Hypophyse) |
| Unterdrücktes Organ | Schilddrüse | Hoden (Leydig-Zellen) |
| Erholungszeit nach Kur | Tage bis 2–3 Wochen | 4–12+ Wochen (dosisabhängig) |
| PCT mit SERM nötig? | Nein (HPT erholt sich spontan) | Ja (Tamoxifen/Clomifen zur LH/FSH-Stimulation) |
| Monitoring post-Kur | TSH-Blutbild nach 4–6 Wochen | LH, FSH, Total-Testosteron nach 4–6 Wo. |
Die Kontroverse um permanenten Schilddrüsenschaden
Leung & Brent (2022) halten in der peer-reviewten Analyse „Thyroid Hormone Abuse in Elite Sports“ fest: Die Frage, ob exogener T3-Einsatz zu dauerhafter Schilddrüsenfunktionsstörung führt, ist wissenschaftlich noch nicht abschließend beantwortet. Anekdotische Community-Berichte über anhaltende Hypothyreose nach T3-Missbrauch existieren — aber kontrollierte klinische Daten für kurze, korrekt abgeschlichene Kuren zeigen mehrheitlich vollständige Erholung. Das Risiko ist real, aber dosisabhängig, dauerabhängig und abschleichangehängig.
TSH-Monitoring: TSH vor der Kur messen (Baseline) und 4–6 Wochen nach dem Absetzen. Ein noch supprimierter TSH nach 8 Wochen post-Absetzen sollte endokrinologisch abgeklärt werden.
Wer hat ein erhöhtes Risiko für verlängerte Suppression?
Nicht jeder erholt sich gleich schnell. Risikofaktoren für eine verlängerte HPT-Suppression:
Längere Kurdauer: Wer T3 über 10+ Wochen eingenommen hat, braucht tendenziell länger zur Erholung als nach einer 6-wöchigen Kur. Die negative Rückkopplung ist tiefer eingeprägt.
Höhere Dosierungen: Bei 100+ mcg/Tag über mehrere Wochen ist die HPT-Suppression vollständiger als bei 50 mcg/Tag — und die Erholung entsprechend langsamer.
Cold-Turkey-Absetzen: Wer T3 abrupt absetzt statt abzuschleichen, riskiert ein ausgeprägtes hypometaboles Fenster: Die Schilddrüse braucht 5–10 Tage, um eigenständig wieder anzulaufen, aber es gibt keinen Übergang. In dieser Phase: deutlich verlangsamter Stoffwechsel, Kälteempfindlichkeit, Fatigue und erhöhtes Muskelverlust-Risiko — weil der Körper im Katabolismus bleibt ohne die thermogene Schutzwirkung.
Vorbestehende Schilddrüsenerkrankungen: Personen mit nicht diagnostizierter subklinischer Hypothyreose oder Hashimoto-Thyreoiditis können nach exogenem T3-Absetzen in einen klinisch relevanten Hypothyreose-Zustand fallen. Dies ist der Hauptgrund, warum ein TSH-Baseline-Wert vor der Kur unverzichtbar ist — er zeigt, ob bereits präklinische Schilddrüsenprobleme vorlagen.
Praktische Faustregel: Nach einer 6–8-wöchigen T3-Kur mit korrektem Abschleichen: erwartete TSH-Normalisierung innerhalb 1–3 Wochen. Nach Kuren über 10 Wochen oder bei Cold-Turkey-Absetzen: 4–8 Wochen bis zur vollständigen Normalisierung möglich.
T3 im Stack — Clenbuterol, Testosteron und das Muskelschutzprotokoll
Im Bodybuilding wird T3 fast nie solo eingesetzt. Der klassische Cutting-Stack kombiniert T3 + Clenbuterol: T3 erhöht den Grundumsatz über Mitochondrien-UCPs, Clenbuterol aktiviert Beta-2-Rezeptoren für zusätzliche Lipolyse — zwei additiv wirkende Mechanismen. Ebenso unverzichtbar für Bodybuilder: Testosteron als Muskelschutz (min. 200–300 mg/Woche), da T3 ohne anabolen Gegenspieler erheblichen Muskelverlust verursacht. Der vollständige Stack-Leitfaden für die T3 + Clenbuterol Abnehmkur liefert konkrete Wochenpläne.
Tabelle 4: T3 Stack-Optionen im Vergleich
| Stack | Ziel | Vorteil | Kardiale Gesamtbelastung | Für wen |
|---|---|---|---|---|
| T3 solo | Metabolismus steigern | Einfach; kein AAS-Stack | Mittel | Medizinischer Kontext |
| T3 + Testosteron | Fett weg, Muskel halten | Muskelschutz vorhanden | Gering-mittel | AAS-erfahrene Anwender |
| T3 + Clenbuterol | Maximale Fettverbrennung | Synergistischer Thermogenese | Erhöht (beide erhöhen HR) | Wettkampfathleten |
| T3 + Clen + Testosteron | Maximale Schnittphase | Muskelschutz + max. Fettabbau | Hoch | Fortgeschrittene Wettkampfathleten |
| T3 + Wachstumshormon | Lipolyse + Anabolismus | Sehr starker Kombinationseffekt | Mittel | Profi-Level; sehr hohe Kosten |
Der T3 + Clenbuterol Stack — Timing und Dosierung
Das klassische Protokoll aus dem Wettkampfsport, beschrieben in Leung & Brent (2022): T3 für 6–8 Wochen kontinuierlich; Clenbuterol im 2-Wochen-ON / 2-Wochen-OFF-Rhythmus (Beta-2-Rezeptoren desensibilisieren sich bei Daueranwendung). Die Herzrate beider Substanzen kombiniert erfordert sorgfältige Blutdrucküberwachung — weder T3 noch Clenbuterol sollten mit vorbestehenden Herzerkrankungen eingesetzt werden.
Für wen ist T3 geeignet — und für wen definitiv nicht?
T3 ist ein Werkzeug für erfahrene Bodybuilder in der Wettkampfvorbereitung — kein allgemeines Fettverbrennungsmittel. Die Mindestvoraussetzungen: erfolgreiche AAS-Kuren mit Testosteron-Basis als Muskelschutz, stabile Diät-Disziplin und Erfahrung im Schilddrüsenhormon-Monitoring (TSH-Blutbild). Wer T3 ohne anabolen Schutz einnimmt, verliert substanziell Muskelmasse. Wer Herzerkrankungen hat, sollte T3 konsequent meiden — die kardiale Gesamtbelastung von T3 (+ Clenbuterol im Stack) ist erheblich.
Checkliste: Bin ich ein geeigneter T3-Anwender?
| Kriterium | ✅ Geeignet | ❌ Nicht geeignet |
|---|---|---|
| Erfahrung | 2+ AAS-Kuren erfolgreich abgeschlossen | Erstmalige Substanznutzung |
| Muskelschutz | Testosteron-Basis während T3-Kur geplant | Kein AAS-Schutz vorgesehen |
| Herzgesundheit | Blutdruck normal; keine Arrhythmie | Herzerkrankung, Hypertonie, Arrhythmie |
| Schilddrüse | Keine bekannte Erkrankung; TSH-Baseline bekannt | Bestehende Schilddrüsenerkrankung |
| Ziel | Cutting, Wettkampfvorbereitung, Defizit-Diät | Aufbau (T3 ist ausschließlich Cutting-Werkzeug) |
T3 ist in Deutschland nach der deutschen Arzneimittelgesetzgebung verschreibungspflichtig. Der Besitz ohne Verschreibung liegt im selben Graubereich wie andere Bodybuilding-Substanzen. Verfügbare Liothyronin-Präparate für Forschungs- und Bildungszwecke sind auf der Produktseite abrufbar.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Wie viel erhöht T3 den Grundumsatz tatsächlich?
Bei 75–100 mcg/Tag liegt die klinische Schätzung bei einer BMR-Steigerung von ca. 15–30 %. Der genaue Wert ist individuell abhängig von Ausgangs-Schilddrüsenfunktion, Körpermasse und Sensitivität. Spürbar durch: erhöhte Körpertemperatur, stärkere Schweißproduktion und erhöhte Ruheherzrate. Eine Körpertemperaturerhöhung von 0,5–1 °C über Baseline ist ein zuverlässiger Indikator, dass T3 thermogen wirkt.
Wie lange dauert die Schilddrüsenregeneration nach einer T3-Kur?
Nach kurzen Kuren (6–8 Wochen, korrekt abgeschlichen) normalisiert sich TSH typischerweise innerhalb von Tagen bis 2–3 Wochen. Das ist erheblich schneller als die HPTA-Erholung nach einer Testosteron-Kur. Monitoring: TSH-Blutbild 4–6 Wochen nach dem Absetzen; wenn TSH nach 8 Wochen noch supprimiert ist → endokrinologische Abklärung.
Kann man T3 ohne Steroide nehmen?
Technisch ja — aber für Bodybuilding-Zwecke nicht empfohlen. Ohne Testosteron oder andere AAS als Proteinsynthese-Schutz ist substanzieller Muskelverlust bei T3-Dosierungen ab 50 mcg/Tag unvermeidlich. Für reine Kalorienverbrennung ohne Muskelerhalt-Ziel (sehr ungewöhnlich für Bodybuilder) ist es theoretisch möglich; für normale Bodybuilding-Anwendung ist eine Testosteron-Basis Pflicht.
Was ist der Unterschied zwischen T3 und T4 für Bodybuilding?
T4 (Levothyroxin) ist das Vorläuferhormon — weniger aktiv, wird in Leber und anderen Geweben durch Deiodinase-Enzyme in T3 umgewandelt. T3 wirkt direkt und ist 3–4× potenter als T4. Im Bodybuilding wird T3 bevorzugt, weil es keine Konversionszeit braucht und direkt die Thermogenese ankurbelt. T4 ist die Standardtherapie bei medizinischer Hypothyreose-Behandlung; T3 ist der Off-Label-Körpergewichts-Einsatz im Sport.
Dieser Artikel dient ausschließlich zu Informationszwecken und stellt keine medizinische Beratung dar. Liothyronin (T3) ist in Deutschland verschreibungspflichtiges Arzneimittel. Der Erwerb ohne ärztliche Verschreibung ist rechtlich bedenklich. Schilddrüsenhormone greifen fundamental in den Hormonhaushalt ein — konsultiere vor Anwendung einen qualifizierten Endokrinologen oder Arzt. Die Autoren übernehmen keine Haftung für gesundheitliche Schäden durch unsachgemäße Anwendung.